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Gerade
einmal 2 km von meinem Schreibtisch entfernt stehen diese
verlassenen Werkshallen, wo noch vor gar nicht langer Zeit
3000 hochmotivierte Mitarbeiter Handys zusammengeschraubt
haben. Die Produktion wurde inzwischen nach China
verlagert.
Viele deutsche Großunternehmer betonen immer wieder,
sie müssten Fabriken im Ausland errichten, um in
Marktnähe präsent zu sein. Leider gilt diese
Regel in umgekehrter Richtung kaum. Welcher Handy-, Computer
oder TV-Hersteller kommt schon auf die Idee, seine
Absatzmärkte in Deutschland durch eigene
Fertigungsanlagen zu unterstützen?
Diejenigen, die sich nach langem Gefeilsche um Subventionen
und spezielle Verkehrsanbindungen doch noch in unser Land
verirren, sind nach Ablauf einer Scham- oder Bindungsfrist
häufig schnell wieder verschwunden.
Das
Märchen von der globalen
Marktwirtschaft...
Kann
es eine globale Marktwirtschaft überhaupt
geben?
von
Manfred Julius Müller
Es
gibt leider immer wieder Politiker, die gedankenlos von der
"globalen Marktwirtschaft" reden, in der wir nun einmal alle
leben. Dabei ist diese Begriffskombination so
widersprüchlich wie sie größer kaum sein
könnte. Denn
eine weltweite Marktwirtschaft schließt sich
unter den heutigen Bedingungen völlig
aus
- Globalisierung und Marktwirtschaft passen nun einmal
überhaupt nicht zusammen.
Eine
Marktwirtschaft kann nur existieren in einem Wirtschaftsraum
mit einheitlichen Bedingungen. Zu Zeiten Ludwig Erhards und
der Wirtschaftswunderjahre gab es so etwas in Deutschland,
weil sich die BRD vor der ausländischen
Dumpingkonkurrenz über Importzölle ausreichend
schützte.
Nur in einem derartigen intakten Binnenmarkt kann eine echte
Marktwirtschaft gedeihen. Weil dort für alle
Marktteilnehmer annähernd gleiche Bedingungen herrschen
(gleiche Löhne, Steuern, Infrastrukturen). Unter den
Firmen gestaltet sich ein fairer Wettkampf - die
leistungsfähigen Firmen mit effektiver Organisation und
guter Produktpalette bzw. solider Handwerksarbeit setzen
sich in der Regel durch.
Mit
der Globalisierung
bzw. dem weitgehenden Verzicht auf Importzölle kann es
diesen fairen Wettbewerb nicht mehr geben. Wie soll ein
Markt funktionieren, wenn Stundenlöhne von 50 Cent und
25 Euro aufeinanderprallen, wenn der eine Staat den Firmen
Steuerfreiheit gewährt, der andere aber zur Erhaltung
der Infrastruktur Ertragssteuern erheben muss?
Wie naiv muss man sein um annehmen zu können, dass
solche total divergenten Rahmenbedingungen mit einer
Marktwirtschaft vereinbar wären?
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Globalisierung
und Marktwirtschaft passen nicht zusammen - beides
kann es nicht geben. Entweder man entscheidet sich
für die Marktwirtschaft oder für die
Globalisierung!
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Grau,
grau ist alle Theorie...
Theoretisch
könnte es eine globale Marktwirtschaft geben -
wenn die wichtigsten Kostenfaktoren weltweit angeglichen
wären: also weltweit einheitliche Lohn- und
Manteltarife, einheitliche Steuern, einheitliche Arbeits-
und Umweltauflagen, einheitliche Sozialgesetzgebung
(Kranken, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung,
einheitliche Genehmigungsverfahren und bürokratische
Strukturen).
Wäre in allen Staaten dieser Welt die Bedingungen
annähernd egalisiert, dürfte tatsächlich von
einer globalen Marktwirtschaft gesprochen werden! Dann
würde allein die Leistungsfähigkeit einer Firma
und deren Mitarbeiter über den geschäftlichen
Erfolg entscheiden.
Von
einer solchen globalen Wettbewerbsgleichheit sind wir
Lichtjahre entfernt - die Standortfaktoren in den
einzelnen Ländern könnten unterschiedlicher kaum
sein! Ein globaler Produktionswettbewerb kann bei den
vorherrschenden gravierenden Unterschieden niemals mit einer
Marktwirtschaft gleichgesetzt werden.
Selbstverständlich
werden die Hochlohnländer diesem unfairen Kampf auf
Dauer unterliegen, das ist so sicher wie das Amen in der
Kirche. Die fehlenden Zölle erlauben den großen
Firmen, die Staaten und die Arbeitnehmer dieser Welt
rücksichtslos gegeneinander auszuspielen, erlauben
einen Dumpingwettbewerb nach unten loszutreten.
Streng genommen erlaubt dieser Dumpingwettbewerb den
Firmen nicht nur die brachiale Ausbeutung, er zwingt
sie sogar dazu - Firmen, die sich zu human geben, werden den
harten Überlebenskampf selten
überstehen.
Die
Hochlohnländer, die sich der Globalisierung (durch den
Verzicht auf Zöllen) bedingungslos verschrieben haben,
versuchen krampfhaft mit Tricks
und Notmaßnahmen, die offensichtliche Fehlentwicklung
zu kaschieren. Sie streuen den Menschen Sand in die Augen,
schieben alles Ungemach auf die demographische Entwicklung
und lenken davon ab, dass seit 30 Jahren die
realen
Lohneinkommen
trotz aller produktiven Fortschritte und trotz steten
Wirtschaftswachstums absinken.
Um
sich den Billiglohnländern möglichst unbemerkt
schleichend annähern zu können, wird der Druck auf
die Arbeitslosen (Hartz
IV)
erhöht und menschenunwürdige demoralisierende
1-Euro-Jobs, Minijobs, Leiharbeitsverhältnisse,
Scheinselbständigkeit, Schwarzarbeit, unbezahlte
Praktikantenjobs, staatliche Lohnzuschüsse usw.
ermöglicht und als fester Bestandteil unserer
Gesellschaft etabliert.
Alles
nur, um ja nicht zugeben zu müssen, dass die
Globalisierung (und die EU) so nicht funktionieren
können.
Alles nur, weil die Kapitallobby und die ihr nahestehenden
Medienkonzerne und "Wirtschaftsforschungsinstitute" immer
noch am vertrackten Modell der angeblich wohlstandsmehrenden
Globalisierung (Zollabbau) festhalten.
Der
Begriff "globale Marktwirtschaft" sollte endlich zum Unwort
des Jahrhunderts gekürt werden, denn er adelt eine
Fehlentwicklung, die vielleicht noch die ganze Menschheit
ins Verderben stürzt.
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Macht
endlich Schluss mit der Heuchelei und
Volksverdummung!
Gesteht
endlich ein, dass es eine globale Marktwirtschaft
bei völlig unterschiedlichen
Standortbedingungen nicht geben kann!
In einem globalen zollfreien Wirtschaftsgebiet
werden nur die Stärkeren überleben - und
die Stärkeren sind nun einmal die, die bei
gleicher Qualität wesentlich billiger
produzieren können (bessere
Standortbedingungen haben).
Auch die deutschen Vorzeigebranchen (Maschinenbau,
Auto- und Chemieindustrie) werden auf Dauer der
leistungsfähigen Billigkonkurrenz aus Fernost
niemals Paroli bieten können. Auch diese
Branchen sind (wie die meisten Branchen zuvor) zum
Aussterben verurteilt, falls die Politik sich nicht
bald umbesinnt (Anhebung der Zölle oder
Lohnkostenreform).
Eine
Bitte an alle Parteien und ihre Führer:
Schenkt euren Bürgern reinen Wein ein, sagt
ihnen bereits vor der Wahl, ob eure Partei
entweder auf die Globalisierung oder
eben auf die Marktwirtschaft setzt.
Und redet euren Wählern bitte nicht ein, sie
könnten beides haben, sowohl die
Globalisierung als auch die
Marktwirtschaft!
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©
Manfred J. Müller, Flensburg
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es eine moderne Dienstleistungsgesellschaft? Ist das
Industriezeitalter schon beendet?
Weitere
interessante Seiten finden Sie auf www.anti-globalisierung.de,
www.weltwirtschaft-globalisierung.de,
www.parlamentswahlen.de
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a.
"Das
Kapital und die
Globalisierung".
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