Dienstleistungsgesellschaft
trotz Servicewüste? Wieder
einmal wird das Volk beschwichtigt: Der Jobabbau in der
Produktion sei nur halb so wild, schließlich wandeln
wir uns gerade von der althergebrachten Industrie- zur
"modernen" Dienstleistungsgesellschaft. Ich
kann es nicht verhehlen - schon beim Begriff
"Dienstleistungsgesellschaft" wird mir speiübel. Was
soll diese Veräppelung, warum will man uns einreden,
dass die industrielle Produktion keinen großen
Stellenwert mehr hat? Es
ist doch eigentlich der reine Hohn, ausgerechnet heute von
einer Dienstleistungsgesellschaft zu sprechen! Mit Recht
beklagen Politiker unsere Servicewüste, denn nicht nur
im Handel wird die fachliche Beratung immer mehr zum
Luxusgut (Geiz ist geil). Schon die Einholung telefonischer
Auskünfte erweist sich bei vielen größeren
Firmen als reinste Tortur: Der Kunde muss sich mit nervigen
Telefonautomaten herumschlagen oder darf sich in lange
Warteschleifen einreihen. Dienstleistungsgesellschaft,
weil die Bürokratisierung zunimmt? Sicherlich
trugen auch noch gesellschaftliche Veränderungen zur
Aufblähung des Dienstleistungssektors bei - wir
brauchen heute mehr Fachkräfte für unser
Gesundheitssystem, für die Pflege alter Menschen,
für die Gastronomie usw. Auch konnten in den Fabriken
Fließbandarbeiten automatisiert werden (angeheizt
durch ein
arbeitsfeindliches
Besteuerungssystem).
Aber Basis unserer Wirtschaftskraft bleibt immer noch die
Herstellung von Massengütern. Mit
der Prägung des Begriffs Dienstleistungsgesellschaft
soll offenbar der dramatische Verlust von
Arbeitskräften in der Produktion (unsere meisten
Konsumgüter beziehen wir heute aus dem Ausland) geadelt
werden. Wo
ist die Erfolgsbilanz der Dienstleistungsgesellschaft? Grundgerüst
für jede erfolgreiche Volkswirtschaft ist und bleibt
die Produktion der im Lande benötigten
Konsumgüter. Will man von dieser Tatsache ablenken?
Ohne Produktion gehen auch die meisten Dienstleistungsjobs
verloren - eine reine "Dienstleistungsgesellschaft" kann es
auf Dauer gar nicht geben. Wir können nicht davon
leben, dass wir uns gegenseitig pflegen, bekochen oder die
Haare schneiden. Sind
Sie der gleichen oder ganz anderer Meinung? Kommentar
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Manfred J. Müller, Flensburg
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Hat die Politik also alles im Griff, führt sie unsere
Volkswirtschaft in eine sichere Zukunft?
Eine kundenfreundliche Dienstleistungsgesellschaft
sehe ich da weit und breit nicht.
Ich
kann einer "modernen" Dienstleistungsgesellschaft nichts
Positives abgewinnen. Für mich gilt eine derartige
Entwicklung als Alarmsignal, bezeugt sie doch auch die
beängstigende Bürokratisierung
(Beispiel
GEZ-Gebühr)
unseres Landes, die Vergeudung und Missachtung unseres
wertvollen Humankapitals.
Trotz Computerisierung und sinkenden Wohlstandes
benötigt unsere Volkswirtschaft offenbar zunehmend
Arbeitskräfte für die Verwaltung, Justiz,
fürs Bankwesen, für Spekulationsgeschäfte,
Versicherungen, Werbung, Marketing usw. - also weitgehend
für den
unproduktiven
Bereich.
Dabei orientieren wir uns oft an falschen Leitbildern: Die
hohe Dienstleistungsquote in den USA scheint mir alles
andere als erstrebenswert - die auf Pump importierten
Industriegüter belegen das Versagen der amerikanischen
Volkswirtschaft und sind keineswegs Ausdruck von Stärke
und Fortschritt.
Was
hat uns die "moderne" Dienstleistungsgesellschaft bisher
gebracht: Seit
1980 sinken Reallöhne und
Renten
trotz
stetiger
Produktivitätssteigerungen
(Automation).
Außerdem
fehlen in Deutschland
inzwischen
zehn
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Vollzeitjobs.
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